Graues Haar – na und?!

Mut zum Grau? Nun, eine aktuelle Studie der renommierten Marktforschungsagentur Market Intelligence Agency Mintel besagt, dass die Deutschen im Verhältnis zu Italienern und Franzosen in der Tat ein weitaus entspannteres Verhältnis zu grauem Haar an den Tag legen. Liebe dein Grau - Ein neuer Trend also?

Eines steht fest: Bei Männern sehen graue Schläfen ja edel und sexy aus. Man sagt sogar, dass viele Männer erst ab 50 an Attraktivität gewinnen. Aber um die geht es hier gar nicht in erster Linie. Es geht um die Frauen: Bei ihnen herrscht nämlich, Studie hin oder her, eine konsequente Uneinigkeit vor.


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Vorzeitiges Ergrauen
Nicht nur die Natur, sprich das Alter, ist für weniger Pigmente im Haar und somit für mehr graue Strähnchen verantwortlich. Auch oxidativer Stress, wie Rauchen, Umweltschmutz und ein Übermaß an UV-Strahlen sorgt dafür, dass das Haar, genau wie die Haut vorzeitig altert. Also spielt auch der individuelle Lifestyle eine Rolle, wann und wie viele graue Haare beim Blick in den Spiegel entdeckt werden.

Ja oder Nein? Färben oder nicht lautet hier die Frage aller Fragen.
Färben kostet Zeit und natürlich auch Geld. Aber mit einer professionellen Coloration sind auch ein paar Kerzen auf der Geburtstagstorte weggeschummelt. Mittlerweile bietet fast jede Profihaarmarke eine eigene Anti-Age Haarfarbserie in verschiedensten Nuancen an, die so formuliert ist, dass sie auch bei hohem Grauanteil zuverlässig deckt. Bei einer chemisch basierten Haarfarbe wird die Schuppenschicht geöffnet und das künstliche Farbpigment ins Haar geschleust. Das Gefühl nach einem Friseurbesuch ist einfach unbezahlbar – und das gilt für jedes Alter.

Eine reine Tönung reicht übrigens meist nicht aus, um graues Haar effektiv abzudecken und besonders diejenigen mit dunklerem Haar müssen, sofern sie sich fürs Färben entschließen, regelmäßig nachhelfen, denn bei ihnen sieht man den Ansatz natürlich viel schneller. Gesegnet sind diejenigen Frauen, die von Natur aus blondes Haar haben (besser gesagt, hatten), denn da fällt es anfangs nicht auf, wenn einzelne Haare ergrauen. Und sobald's mehr werden, lassen sich die Übergänge von grau zu blond wunderbar mit einer leichten Tönung und Silber-Shampoo plus -Conditioner kaschieren.


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Überfärben mit Pflanzenhaarfarbe?
Der Trend zu Pflanzenhaarfarben ist ungebrochen. Oftmals spricht man dieser Kategorie jedoch die Fähigkeit ab, graues Haar komplett abzudecken. Dennoch: auch das geht! Ist der sogenannte Weißanteil sehr hoch, so muss das Haar eventuell zweimal gefärbt werden. Hier gilt es, zunächst vorzupigmentieren und anschließend die eigentliche Farbe aufzutragen. Auch hier lohnt sich im Gegensatz zum Eigenversuch der Besuch beim Haarprofi, um unschöne Überraschungen zu vermeiden.

Ich steh' zu meinem Grau!
Färben oder nicht, das ist immer eine Frage des persönlichen Geschmacks und wenn das Haar toll gepflegt ist, kann auch graues Haar wunderbar edel ausschauen. Ein wenig Mut gehört natürlich dazu. Ob man durch diesen „Mut" älter ausschaut? Das scheint zumindest Jamie Lee Curtis oder auch Birgit Schrowange, beide Frauen, die noch immer im Rampenlicht stehen, nicht zu stören.

Zu bedenken ist auch, dass das Haar ja nicht auf einmal gleichmäßig ergraut. Eine gewisse Übergangsphase (meist sind es Jahre, bis das Haar komplett ergraut ist) muss Frau „ertragen" und da fängt das Problem meist an. Was hier hilft? Der Gang zum Friseur: Erklären Sie ihm, dass sie nicht mehr färben wollen und lassen Sie sich beraten. Meist ist eine tolle Strähnchentechnik die Lösung, um den Übergang straßentauglich zu gestalten.
Perücken sind ja mittlerweile nicht mehr nur eine Notlösung bei Haarausfall, auch sie sind eine Alternative für den Übergang. Da sollten Sie allerdings auf die Qualität achten. Und: Eine richtig gute Perücke erspart vielleicht Zeit, aber kaum Geld.

Pflegen, pflegen, pflegen!
Hinzu kommt, dass ergrautes Haar oft seine Struktur ändert und richtig störrisch ist, so dass jegliches Styling zur Kunst avanciert. Insofern noch ein paar Worte zur Pflege...
Der Pigmentverlust sorgt nämlich leider dafür, dass die Haare dicker und rauer werden. Sie verlieren an Glanz, werden brüchig. Deshalb braucht reiferes Haar ganz besonders viel Zuwendung in Form von Kuren und nicht beschwerenden Ölen. Mit Anti-Gelbstichformel ausgestattet sind sogenannte Silber-Shampoos, -Conditioner und –Intensivkuren. Diese Produkte funktionieren immer und sind die perfekten Begleiter für blondes und später auch graues Haar.

Ob das Haar kurz oder etwas länger getragen wird, ist Typsache. Graues Haar muss jedoch nicht zwangsläufig kurz sein, um toll auszuschauen. Hier spielt es, wie bei jeder anderen Haarfarbe eher eine Rolle, ob das Haar dicht und voll oder eben nicht mehr füllig ist.

Übrigens: Ob Repigmentierungsseren helfen, nun ja! Bei ersten grauen Haaren sicherlich und da liegt die Betonung auf „helfen". Aber zu glauben, dass Mann oder Frau wie durch einen magischen Trick seine eigentliche Haarfarbe zurück erhält, ist wohl leider ein Trugschluss.