„Es geht um Markenführung in der digitalen Welt“

Große Ereignisse werfen bekanntlich ihre Schatten voraus. Und so ist es nicht verwunderlich, dass sich Christophe Schmutz, seit Juli 2014 Geschäftsführer L’Oréal Professionelle Produkte Deutschland, nichts Geringeres als die digitale Revolution der Beautybranche vorgenommen hat. Aus diesem Blickwinkel heraus betrachtet, erscheint sogar die Absage L’Oréals an den diesjährigen Top Hair Trend & Beauty Days auf einmal sogar irgendwie verständlich. Im Gespräch betont Schmutz, dass an der Relevanz der Fachmesse nicht der geringste Zweifel bestehe. Doch jetzt und heute sei es wichtig, neue Impulse zu setzen. 

Der offizielle Tenor für den Top Hair Messe-Sabatical 2016 lautete, mal wolle 2016 die frei gewordenen Ressourcen in die Unterstützung der Friseure im Salon investieren und das Endverbraucher-Geschäft stärken. Dass dieser Aussage nun wirklich Taten folgen, ist erfreulich. Und so hat sich L’Oréal für dieses Jahr einiges auf die Agenda gesetzt: Der erste große Wurf ist die nur einjährige Ausbildung zum „L’Oréal Master of Beauty“ mit staatlicher Anerkennung, die im Oktober 2016 auf Bundesebene startet. Sie soll vor allem die „Digital Natives“ der Generation Z ansprechen, die vielleicht im Prinzip durchaus Lust auf die kreative Vielfalt des Stylistenberufes haben, jedoch von der langen Ausbildungszeit abgeschreckt sind. Auch die Ausbildung zum L’Oréal Young Beauty Stylist ab dem 2. Halbjahr 2016 soll es Friseur-Azubis ermöglichen, besser und schneller qualifiziert zu werden und mehr Spaß am Job zu haben

Was Schmutz und sein Team beabsichtigen, geht jedoch weit über das formulierte Ziel hinaus. Die „Markenführung in der digitalen Welt“ habe man sich vorgenommen, so Schmutz, denn „L’Oréal ist der Wandel von B2B hin zu B2B plus B2C gelungen – und darauf sind wir stolz.“ Aus diesem Grund werden auf Initiativen wie MobiPro, der Nachwuchsförderung auf internationaler Ebene, nicht nur die Adaption erfolgreicher Applikationen wie „Style-my-hair“ folgen. Sie ist in erster Linie für Professionals gedacht, bietet jedoch auch allen anderen Beauty-Interessierten, ähnlich wie die Make-up App Genius von L’Oréal, eine Vielzahl an Möglichkeiten für kreatives Styling, bei der auch der Spaß nicht zu kurz kommt. 

So darf man von L’Oréal in diesem Jahr weitere innovative Kampagnen erwarten, die nicht nur der Branche echten Mehrwert bieten, sondern auch dem Kunden vor Ort im Salon – und natürlich auch zu Hause. 

 

Zur Person:

Christophe Schmutz, seit Juli 2014 am Ruder der L’Oréal Professionelle Produkte,  startete 1999 als Vertriebsdirektor für L'Oréal Professionnel in der Schweiz, wurde dann Geschäftsführer der Division in Österreich, kam anschließend nach Deutschland und leistete einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung der Marke Redken, zum Aufbau und Weiterentwicklung der gesamten Division durch die Lancierung von Matrix und Shu Uemura sowie durch eine klare und stärkere Positionierung der Marken L'Oréal Professionnel und Kérastase. In den vergangenen drei Jahren in China hat Schmutz maßgeblich die Führungsposition der Division ausgebaut, indem er jede stategische Lancierung maximiert hat und den Markt durch Modernisierung der Friseurpartner weiter transformieren konnte.